HOT für Jugendämter
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Was ist HaushaltsOrganisationsTraining®

Das HaushaltsOrganisationsTraining® ist eine aufsuchende Hilfe für Familien mit Kindern in prekären Lebenslagen. Es wurde vom Deutschen Caritasverband e.V. in den Jahren 2000 – 2002 im Rahmen eines Bundesmodellprojekts zur Armutsprävention mit wissenschaftlicher Begleitung entwickelt.

Familien mit dysfunktionalen Strukturen benötigen eine qualifizierte und alltagsnahe Unterstützung durch personenbezogene soziale Dienste, um ihre Lebenslage zu verbessern, Versorgungsstrukturen für alle Familienmitglieder – insbesondere für die Kinder – nachhaltig zu sichern und damit die Lebensqualität der gesamten Familie zu verbessern.

HOT ist ein solches Angebot. Es

zielt primär auf die Versorgungsfunktionen einer Familie und damit auf einen elementaren Funktionsbereich;

befähigt Eltern, ihrer Verantwortung für die Versorgung ihrer Kinder wieder gerecht werden zu können;

ergänzt bestehende Angebote der Familien unterstützenden Dienste, die primär die Erziehungs- und Beziehungsfunktionen unterstützen durch ein aufsuchendes Angebot, das auf die Versorgungsstrukturen abzielt;

initiiert und begleitet Veränderungsprozesse in der Familie, um dysfunktionale Haushaltsstrukturen zielgerichtet durch andere Verhaltensstrategien zu ersetzen;

berücksichtigt bei der Zielformulierung die vorhandenen Ressourcen und die Werthaltungen der Familie.


Ziel des Trainings

Ziel des Trainings ist die Vermittlung von Haushaltsführungskompetenzen in einem umfassenden Sinne. Eltern werden nachhaltig befähigt, die Versorgung ihrer Kinder und die Organisation ihres Haushaltes bis hin zur Verwaltung ökonomischer Ressourcen wieder eigenständig zu bewältigen. Zentrale Trainingsinhalte betreffen weiterhin die Aufgaben im Kontext der Gesundheitsförderung sowie die Strukturierung des familiären Alltags.

Im Einzelnen umfasst das Training folgende Versorgungsbereiche:

Grundversorgung von Kleinkindern und Säuglingen

Versorgung und altersgemäße Tagesstruktur von Kindern

Sauberkeit und Ordnung in der Wohnung

Alltagsorganisation

Gesundheit und Körperpflege der Erwachsenen

Kleider- und Wäschepflege

Einkaufen

Ernährung und Mahlzeiten

Umgang mit Geld

Ver- und Überschuldung


Zielgruppen des Trainings

Zielgruppen des Trainings sind Familien mit Kindern, in denen verschiedene Probleme kumulieren. In den im Projekt ausgewerteten Trainings zeigte sich, dass in den Familien, die an der Modellphase teilnahmen, eine Vielzahl von Problemindikatoren zusammen trafen – im Schnitt vierzehn Belastungsindikatoren. Bei fast allen Familien finden sich Probleme der Haushaltsführung, der Organisation des Alltags und der Ernährung, gefolgt von Problemen mit der Erziehung: Insbesondere bei jungen Alleinerziehenden und Familien in der Familiengründungsphase wird der Charakter des HaushaltsOrganisationsTrainings® als Instrument der Prävention deutlich: Wenn es schon in den ersten Lebensjahren eines Kindes gelingt, gefährdete Mütter und Väter zu erreichen, ihnen Basiswissen über Säuglingspflege und -ernährung, über die Bedeutung der Gesundheitsförderung, die Alltagsgestaltung mit Kindern, den Umgang mit Geld etc. zu vermitteln, dann kann dieses Angebot beispielsweise in Hinblick auf Armutsfolgen, soziale Integration und die gesundheitliche Lage von Kindern, eine vorbeugende Wirkung entfalten.


HOT als Baustein im Netz Familien unterstützender Hilfen

Die Hilfen für Familien in Deutschland sind traditionell stark segmentiert: Beratungsdienste und aufsuchende Hilfen in Erziehungs- und Beziehungsfragen, Angebote der Betreuung und Bildung, Schuldnerberatungsdienste und Sachleistungen werden häufig von verschiedenen Trägern auf unterschiedlichen Rechtsgrundlagen erbracht.

Von fachlicher Seite jedoch setzt sich die Erkenntnis durch, dass diese Segmentierung des professionellen Angebots familiären Bedarfslagen nicht gerecht wird; Familien brauchen vielmehr integrative, flexible Hilfen aus einer Hand.

Niedrigschwelligkeit und gute Erreichbarkeit sind Qualitätskriterien, die für alle Zielgruppen Familien unterstützender Dienstleistungen gelten. Jedoch gestaltet sich bei Familien in schwierigen Lebenslagen der Zugang zu Angeboten der Elternbildung- und Beratung häufig schwierig. Vor diesem Hintergrund unterstützt der Deutsche Caritasverband ausdrücklich integrierte Strukturen wie Eltern-Kind-Zentren, Familienzentren oder Early Excellence Centers, die neben den Angeboten für Kinder auch Angebote für Eltern vorhalten.

Das HaushaltsOrganisationsTraining® versteht sich als ein Baustein im Netz Familien unterstützender Dienste. Mit diesem Ansatz wird das bestehende Leistungsangebot der Familienunterstützenden Dienste ergänzt, das sich primär auf die Erziehungs- und Beziehungsfunktionen von Familien konzentriert. Das HaushaltsOrganisationsTraining® ist sowohl als singuläre Hilfe, aber auch als ergänzende Hilfe beispielsweise zur Sozialpädagogischen Familienhilfe denkbar und kann diesen Hilfen auch vorgeschaltet werden.


Methoden und Instrumente

Planung und Dokumentation

Auf der Grundlage der in der Praxis bereits verwendeten Dokumentationssysteme der Familienpflegedienste hat der Deutsche Caritasverband gemeinsam mit der wissenschaftlichen Begleitung ein den besonderen Erfordernissen des HaushaltsOrganisationsTrainings® angepasstes Erhebungsinstrumentarium erarbeitet. Diese Planungs- und Dokumentationsunterlagen ermöglichen eine fallübergreifende, einheitliche Planung, Dokumentation und Ergebnissicherung und sind damit ein wichtiges Instrument zur Sicherung der Prozessqualität.

Zentraler Erfolgsfaktor für das Training ist ein verbindlicher Kontrakt zwischen der Familie und dem Träger. Hierin wird festgelegt, welche Haushaltsbereiche verändert und welche Ziele erreicht werden sollen und welche Teilschritte dafür notwendig sind. Für die Zielformulierung ist zentral:

Definition konkreter Ziele

Festlegung kleiner Arbeitsschritte

Konzentration auf ausgewählte Aspekte.

Dieser Kontrakt mit der Familie basiert auf der Vereinbarung zwischen dem Kostenträger, der Familie und – nach Möglichkeit – dem Fachdienst. Dem Trainingseinsatz liegt ein Auftrag des Kostenträgers an den Fachdienst zugrunde. In diesem sind der Leistungsumfang, die Zielsetzung und die Kostenerstattung dokumentiert.

Das Training in der Familie beginnt mit einer detaillierten Analyse der Familiensituation und der Haushaltsbereiche. Die HO-Trainerin  lernt die Familienmitglieder, die persönliche Lebenssituation und das soziale Umfeld kennen. Sie erhält einen ersten Eindruck davon, welche Ressourcen der Familie zur Verfügung stehen, welche Familienmitglieder welche Aufgaben übernehmen usw. Für diese ersten Gespräche stehen ihr im Planungs- und Dokumentationssystem folgende Analyseinstrumente zur Verfügung:

Stammblatt

Genogramm

Grafik soziales Umfeld

Aufgabenverteilung und Ressourcen der Familienmitglieder.

Daraufhin beginnt sie, die bestehende Versorgungssituation mit der Familie gemeinsam zu beschreiben und zu analysieren. Insbesondere werden diejenigen Haushaltsbereiche untersucht, die im Rahmen des Trainingseinsatzes verändert werden sollen. Dazu greift sie ebenfalls auf das Planungs- und Dokumentationssystem zurück.


Sequentielle Intervention

Die Veränderung der Versorgungsstrukturen in den Familien wird durch eine Unterteilung des Trainingsablaufs in verschiedene Phasen unterstützt, die sich in ihren Inhalten, der Dauer und der Zielsetzung unterscheiden. Die Phasen orientieren sich an Modellphasen einer Verhaltensänderung. Die zeitliche Ausgestaltung dieser Phasen richtet sich nach der individuellen Familiensituation.

Am Ende jeder Phase steht die Evaluation der erreichten Veränderungen der Haushaltsbereiche. Die Dokumentation dieser Veränderungen wird auf der Grundlage des im Rahmen des Projektes erarbeiteten Planungs- und Dokumentationssystems vorgenommen.

Die Methode der Sequentiellen Intervention umfasst vier Phasen:

Auftragsklärung und Kontrakt

Diese Phase umfasst die Beratung, Planung und Zielvereinbarung zwischen Familie und Kostenträger sowie den Auftrag des Kostenträgers (zumeist öffentlicher Jugendhilfeträger) an den Fachdienst. Diese Planung unter Mitwirkung von Familie, Familienpflegedienst und Kostenträger kann im Rahmen eines Hilfeplanverfahrens geschehen, das hängt aber von den regionalen Gegebenheiten und dem Einzelfall ab.

Intensivphase

In der Intensivphase werden „Chaos beseitigt“, Handlungskompetenzen vermittelt und Strukturen gelegt. Diese Phase ist auch in zeitlicher Hinsicht die intensivste des Einsatzes. Ihre Dauer wird gemeinsam mit dem Kostenträger und der Familie vereinbart. Nach Ablauf dieser Phase sollte die Familie die vereinbarten Ziele weitgehend selbständig erreichen können.

Stabilisierungsphase

In dieser Phase werden die Erfolge der Intensivphase gesichert. Der Einsatz der HO-Trainerin ist deutlich reduziert. Ziel ist es, dass die Familie die in der Intensivphase erreichten Ziele selbständig erreichen kann.

Überprüfungsphase

In der Überprüfungsphase erfolgt ein weiterer Rückzug aus der Familie, die HO-Trainerin  hält aber weiter Kontakt über Hausbesuche und bietet ihre Hilfe für diejenigen Ziele an, die noch nicht selbständig erreicht sind.

Das Training endet, wenn die Familie über einen längeren Zeitraum hinweg die erarbeiteten Ziele selbständig bewältigt hat. Es erfolgt dann ein gemeinsames Abschlussgespräch sowie eine Bewertung des Trainings durch die Familie ebenso wie durch die HO-Trainerin.

Die Dauer eines HaushaltsOrganisationsTrainings® ist abhängig von der individuellen Familiensituation, der Aufgabenstellung und der Vereinbarung zwischen Familienpflegedienst und Kostenträger. Das Training ist eine intensive aber zeitlich begrenzte Unterstützung mit dem Ziel der nachhaltigen Ergebnissicherung.


Planungs- und Dokumentationsunterlagen

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Kosten und Rechtsgrundlagen

Die Zielsetzung des HaushaltsOrganisationsTrainings® richtet sich auf die Verbesserung der Versorgung von Kindern durch ihre Eltern. Die dafür erforderliche Vermittlung von Haushaltsführungskompetenzen hat den Charakter eines zielgruppenspezifischen und einzelfallbezogenen Angebots der Elternbildung. Diese Form der niedrigschwelligen und aufsuchenden Hilfe für Familien in prekären Lebenslagen hat in jüngster Zeit in der politischen und wissenschaftlichen Debatte im Kontext des Schutzes von Kindern vor Vernachlässigung zu Recht an Bedeutung gewonnen. Zunehmend wird anerkannt, dass es dieser Hilfeformen bedarf, um Eltern in ihrer Verantwortung für ihre Kinder zu unterstützen – sei es in Erziehungsfragen, sei es in Fragen der Gesundheitsvorsorge oder in grundlegenden Fragen der Kinderpflege und -versorgung.

Das HaushaltsOrganisationsTraining® nimmt in diesem Kontext der umfassenden Elternbildung eine wichtige Rolle ein. Gleichwohl: Trotz dieser sich durchsetzenden Erkenntnis über einen hohen und drängenden Bedarf an Familien unterstützenden Hilfen wird die rechtliche Zuordnung des HaushaltsOrganisationsTrainings® regional unterschiedlich gehandhabt. Sie unterliegt Interpretationsspielräumen, die mitunter die Implementation dieses Angebots erschweren.

Das HaushaltsOrganisationsTraining® ordnet sich in die Aufgaben des Kinder- und Jugendhilferechts ein. Am zutreffendsten ist eine inhaltliche Zuordnung dieses Angebots zur allgemeinen Förderung der Erziehung in der Familie § 16 SGB VIII. In der Praxis spielt diese Förderung der Familienbildung als präventive Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe derzeit eine geringe Rolle. Sie wird gegenüber anderen Pflichtaufgaben nachrangig behandelt, obwohl sie bei einer sachgerechten Jugendhilfeplanung ebenfalls eine Pflichtaufgabe darstellt.

Im Rahmen des Modellprojektes und auch in der darauf folgenden Umsetzung des Angebots in den Familienpflegediensten wurden insbesondere rechtlich folgende Zuordnungen getroffen:

§ 20 SGB VIII – Betreuung und Versorgung des Kindes in Notsituationen

§ 27 SGB VII – Sozialpädagogische Familienhilfe

§ 70 SGB VII – Hilfe zur Weiterführung des Haushalts

Berechnungsgrundlage für die Abrechnung eines Trainings mit dem Kostenträger ist die Fachleistungsstunde für Fachkräfte in der Familienpflege. Neben der in der Familie verbrachten Trainingszeit kommt der Zeitaufwand für die fortlaufende Dokumentation des Hilfeprozesses, Kooperationsgespräche, Fallbesprechungen, Regiekosten usw. hinzu.

Sowohl die rechtliche Zuordnung als auch die vertraglichen Kooperationsbeziehungen zwischen dem Fachdienst und öffentlichem Jugendhilfeträger werden regional verhandelt und gestaltet.


HOT in der Praxis

Familie X.

1. Familiensituation

Seit Juli 2006 unterstützen wir die Familie.  In der Familie lebten zu dem Zeitpunkt 8 Personen:

Mutter

geb. 1967

Vater

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1. Kind

geb. 1995

2. Kind geb. 1997
3. Kind geb. 1998
4. Kind geb. 1999
5. Kind geb. 2003
6. Kind geb. 2004

Zwei weitere ältere Kinder waren bereits durch das Jugendamt fremd untergebracht. Die Familie ist dem Jugendamt daher seit Jahren bekannt und wird in Form von Hilfen zur Erziehung unterstützt.

Anlass des Einsatzes waren körperliche Beschwerden in der 9. Schwangerschaft von Frau X., der Einsatz wurde über Haushaltshilfe nach § 199 RVO von der Krankenkasse finanziert. Nach der Geburt des 9. Kindes führten wir den Einsatz auf dieser Grundlage weiter, um Frau X. im Wochenbett zu unterstützen. Die tägliche Stundenanzahl betrug zu Beginn des Einsatzes 6 Std./Woche, wurde nach der Geburt auf 8 Std./Tag erhöht und dann mit 9 Std./Woche weitergeführt.

Die Wohnung (Fußboden, Wände, Möbel) der Familie war zu Beginn des Einsatzes stark verschmutzt. Es lagen Essensreste herum, die Kinder hatten keine Betten und z.T. keine Bettwäsche. Berge von ungewaschener Wäsche waren in der Wohnung verteilt, es gab keine Schränke, um die Kleidung aufzubewahren. In Säcken wurden zum größten Teil unbrauchbare Kleidungsstücke gehortet. Die Körperhygiene von Frau X. und der Kinder war unzureichend. Es gab keinen Tisch, an dem die Familie zusammen essen konnte.

Herr X. hatte früher als Küchenhelfer gearbeitet, Frau X. war unserem Wissen nach nie berufstätig.

Familie X. wird seit Jahren durch SPFH betreut. Nach der Geburt des 9. Kindes stellte sich die Frage, ob die Eltern in Zukunft in der Lage sein würden, adäquat für die Kinder zu sorgen. Eine Inobhutnahme weiterer Kinder wurde in Aussicht gestellt. Da ab März 2007 bei Frau X. keine medizinische Indikation mehr vorlag, übernahm das JA ab diesem Zeitpunkt die Finanzierung von Familienpflege über §20 SGB VIII. In dieser Zeit wurden von den Familienpflegerinnen bereits Tätigkeiten verrichtet, die weit über den Auftrag von Familienpflege hinaus gingen. Es wurden Möbel angeschafft, die Wohnung entrümpelt und umorganisiert, die gesamte Wohnung nach und nach in einen hygienischen Zustand gebracht, unbrauchbare Kleidungsstücke aussortiert, Zahnarzttermine für die Kinder vereinbart etc.

Vom Familienpflegedienst aus schlugen wir vor, langfristig das Konzept HOT anzuwenden. Der Auftrag der Familienpflege ist die Fortführung des Haushalts, weil sich die Familie vorübergehend in einer besonderen Situation befindet. Diese Ausgangssituation war bei Familie X. nicht mehr gegeben. Vielmehr ging es darum, die Familie in die Lage zu versetzen, ihren Haushalt so zu führen, dass vor allem den Kindern die Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung gegeben wird. Es ging darum, ein Vorbild zu schaffen für ein geregeltes Familienleben, Haushaltsführung und Hygiene. Nachdem im Laufe des Familienpflegeeinsatzes eine Grundstruktur und –ordnung in den Haushalt gebracht wurde und Frau X. Vertrauen zu den Mitarbeiterinnen des Pflegedienstes aufgebaut hatte, stimmte sie der Teilnahme an HOT zu.


2. Ziele des HaushaltsOrganisationsTrainings®

Seit Mai 2008 arbeitet in der Familie eine HO-Trainerin des Familienpflegedienstes mit 9 Std./Woche, gesetzliche Grundlage ist der §20 SGB VIII. Als erste Ziele wurden vereinbart:

Die Familie soll mit HOT in die Lage versetzt werden, ihren Haushalt so allein zu führen, dass den Kindern die Umgebung für eine gesunde Entwicklung gegeben wird und Vorbildfunktion für geregeltes Familienleben, Haushaltsführung und Hygiene zu schaffen. Als konkrete Schritte zur Umsetzung wurden folgende Schritte vereinbart:

Erstellen eines wöchentlichen Putzplans

Umsetzung des Plans

einmal wöchentlich Hausaufgabenbetreuung für die 4 Schulkinder

Anschaffung und Kontrolle der notwendigen Schulmaterialien

Von Beginn an kooperiert die HO-Trainerin eng mit den beiden FamilienhelferInnen, die in der Familie tätig sind, um die Hilfen möglichst effektiv und im Interesse der Familie zu koordinieren.


3. Verlauf von HOT 1.5. – 31.10.08

Gemeinsam mit Frau X. wurde ein Putzplan erstellt und überlegt, welche Arbeitsmaterialien benötigt werden. Frau X. arbeitete sehr gut mit und brachte eigene Ideen für die Umsetzung des Putzplans ein. Frau. X. musste mit der Schwierigkeit umgehen lernen, wenn der Plan auf Grund aktueller Ereignisse (Krankheit eines Kindes u.ä.) nicht eingehalten werden konnte.

Das Mobiliar wurde umgestellt, so dass das gemeinsame Einnehmen von Mahlzeiten ermöglicht wurde, Küchenmöbel angeschafft, um die Ausstattung dort unterzubringen, Kinderzimmer neu verteilt und eingerichtet. Die HO-Trainerin leitete die größeren Kinder an, ihre Zimmer aufzuräumen. Die Kinder sind in den 6 Monaten sehr viel ordentlicher geworden. 

Schwierig war es nach wie vor, die Kinder zur Erledigung der Hausaufgaben zu motivieren, Fernsehen und andere Ablenkungen hinderten die Kinder daran. Es zeigten sich große Defizite in allen schulischen Bereichen. Trotzdem bemerkten die LehrerInnen die positive Veränderung in der Familie.

Herr X. beteiligt sich nicht aktiv an der konkreten Umsetzung des Plans. Er putzt jedoch manchmal mit, geht auch einkaufen und kümmert sich um den Müll.


Welche Ziele sind in diesem Zeitraum erreicht worden?

Der wöchentliche Haushaltsplan ist erstellt und verbessert worden. Frau X. muss noch darauf achten, immer abzuhaken, was erledigt ist.

Frau X. kann den Plan mit Hilfestellung selbständig umsetzen. Es wird noch ein zweites Augenpaar benötigt, damit nichts vergessen wird.

Der Plan für die Kinderhygiene wurde modifiziert, so dass Frau X. einen besseren Überblick hat, wann welches Kind gebadet hat.

Die Kinder akzeptieren den Kindertischdienst und setzen ihn meist um.

Die Schulsachen sind weitgehend in Ordnung. Frau X. bemüht sich, regelmäßig nach Hausaufgaben zu fragen, die Kinder zu deren Erledigung anzuhalten und das Fernsehen erst danach zu erlauben.


Welche Ziele sind nicht erreicht worden?

Eine Verbesserung der schulischen Leistungen konnte nicht erreicht werden. Die Defizite sind zu groß, um mit einer Stunde Hausaufgabenhilfe pro Woche eine Verbesserung zu erzielen. Hier ist zu überlegen, eine professionelle pädagogische Hilfe einzusetzen.

Die Wäschepflege ist noch unzureichend. Es fällt so viel  Wäsche an, dass es Frau X. nicht schafft. Meist stapelt sich die Schmutzwäsche im Badezimmer.

Auf Grund der Auswertung der Arbeit mit HOT in den ersten sechs Monaten wird ein weiteres halbes Jahr (1.11.08 – 30.4.09) HOT mit 9 Std./Woche vom JA befürwortet. Die betreuende Sozialarbeiterin ist vom Erfolg der Arbeit begeistert. Sie hat bemerkt, dass Frau X. zufriedener und ausgeglichener ist. Frau X. bestätigt, dass es ihr und ihrer Familie viel besser geht. Auch Herr X. teilt mit, dass es ihm gut geht und er die Arbeit mit den Plänen gut findet.


4. Verlauf von HOT 1.11.08 – 30.4.09

Frau X. ist weiterhin sehr kooperativ und hat viel Selbständigkeit in der Arbeit gezeigt. Die Kinder konnten durch gutes Zureden altersgerecht eingebunden werden. Sie haben Freude an einem aufgeräumten Zimmer entwickelt. Herr X. bringt sich nach wie vor nur sporadisch ein.


Welche Ziele sind erreicht worden?

Die Regelmäßigkeit des Putzens und der allgemeinen Haushaltsführung ist seit Beginn 2009 gewährleistet, so dass hier die Stabilisierungsphase eingeleitet wurde. Die Tätigkeitslisten werden von Frau X. eigenständig erstellt, geführt und bei Bedarf von ihr selbst modifiziert. Auch nach dem Wochenende oder in den Ferien, wenn alle Kinder zu Hause sind, kann inzwischen die regelmäßige Haushaltsführung eingehalten werden. Die HO-Trainerin achtet gemeinsam mit Frau X. darauf, dass auch Pausen für die Mutter eingeplant werden.

Die Bewältigung der Wäsche hat Frau X. gut im Griff. Die Kinder haben Körbe zum Sortieren der Wäsche beschriftet oder mit Bildern versehen und wirken beim Sortieren der Wäsche mit. Hin und wieder häuft sich die Wäsche. Ist dies der Fall, wird der Berg am Wochenende mit Hilfe der Kinder wieder abgebaut. Die Hilfe der HO-Trainerin ist hier nur selten notwendig.

Gemeinsam wurde zusammengetragen, welche Tätigkeiten zur Jahreshaushaltsführung gehören: Fenster putzen, Kleidung und Schuhe saisongemäß sortieren. Frau X. hat die Kleiderschränke aufgeräumt und unbrauchbare Kleidung aussortiert. Diese Arbeiten müssen noch weitergeführt werden. Gemeinsam mit den Kindern soll eine Steckliste als Hilfsmittel erstellt werden.

Zusätzlich zu den vereinbarten Zielen hat sich das Thema Körperhygiene, vor allem der pubertierenden Tochter und von Frau X. als Thema ergeben. Hier konnte die HO-Trainerin durch „Wellnessnachmittage“ Interesse und Freude am Thema entfachen.


Welche Ziele sind nicht erreicht worden?

Die Haushaltsführung lässt sich noch erleichtern und vereinfachen. Es fehlen Ordnungssysteme wie Regale, Garderobe und Haken im Badezimmer. Für die entsprechenden Anschaffungen wäre ein besserer Überblick über das Haushaltsbudget wünschenswert.


Abschließende Einschätzung

Eine Weiterführung von HOT wird empfohlen mit einem reduzierten Umfang von 30 Std. im Monat.

Die neuen Ziele sollten sein:

Überprüfungsphase der täglichen Haushaltsführung

Weiterführung und Stabilisierung der Jahresplanung

Körperhygiene im Blick behalten

Ordnungssysteme für Kammern, Bad und Flur beschaffen

Lösung der Frage: Wie kann das Geld für notwendige Anschaffungen (Kleidung / Mobiliar) bereit gestellt werden bzw. Rücklagen geschaffen werden?

Das Jugendamt hat gemäß unserer Empfehlung das Training für ein weiteres halbes Jahr mit 30 Std. pro Monat weiter befürwortet.

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